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Kreislauf beim Pferd – verstehen & 2 Übungen mit großer Wirkung

  • 17. März
  • 3 Min. Lesezeit

Gerade in Zeiten von Wetterwechsel und Fellwechsel ist der Kreislauf beim Pferd besonders gefordert. Viele Pferde wirken in dieser Phase müder, weniger leistungsbereit oder schneller erschöpft.


Der Grund: Der Körper arbeitet auf Hochtouren – Stoffwechsel, Thermoregulation und Anpassungsprozesse laufen parallel.


Bewegung als Schlüssel – aber richtig dosiert

Bewegung unterstützt den Kreislauf, die Durchblutung und den Stoffwechsel.

Wichtig ist jedoch: Nach längeren Stehphasen sollte das Pferd langsam und gezielt wieder aufgebaut werden.

Denn:

  • Muskulatur

  • Faszien

  • Gelenke

  • Gelenkflüssigkeit

brauchen Zeit, um wieder in einen funktionellen Bewegungsfluss zu kommen.


Zwei einfache Übungen mit großer Wirkung für den Kreislauf & Biomechanik des Pferdes


Diese beiden Übungen sind für mich in der Praxis nicht wegzudenken.

Nicht nur, weil sie beim Kreislauf anregen unterstützen – sondern weil sie das Pferd ganzheitlich ansprechen:


  • Biomechanik

  • Muskulatur

  • Stabilität

  • Koordination


Weniger ist oft mehr.


Illustration eines Pferdes von der Seite, mit hervorgehobenem Herz und Kreislaufsystem. Das Bild zeigt zwei Übungen: 1) Hinterhand- und Vorhand-Weichen um den Menschen herum, 2) Über eine einzelne Stange steigen in kontrolliertem, ruhigem Tempo. Visualisiert wird die Aktivierung von Muskulatur, Koordination, Stabilität und die sanfte Kreislaufunterstützung durch Bewegung.
Gezielte Kreislaufübungen für Pferde: Hinterhand- & Vorhand-Weichen sowie bewusstes Übersteigen einer Stange fördern Muskelaufbau, Biomechanik, Stabilität, Koordination und unterstützen Herz-Kreislauf-System.

1. Hinterhand & Vorhand weichen

Das Pferd wird ruhig und kontrolliert um dich herum bewegt.


Wirkung:

  • Aktivierung der Rumpfmuskulatur

  • Verbesserung der Körperkontrolle

  • Förderung der Durchblutung


2. Über eine Stange steigen – kontrolliert & bewusst

Für diese Übung brauchst du nur eine einzelne Stange.

Lege sie zuerst flach auf den Boden und arbeite im ruhigen Schritt.


Ablauf

  1. Führe dein Pferd gerade und ruhig auf die Stange zu→ kein Ziehen, kein Drängen→ dein Pferd soll selbstständig hinschauen und einschätzen

  2. Achte auf ein gleichmäßiges, eher langsames Tempo→ kein „drüberhuschen“

  3. Lass dein Pferd die Stange bewusst übertreten→ Schritt für Schritt, nicht springen

  4. Nach der Stange ruhig weitergehen→ nicht abrupt anhalten oder drehen


Worauf du achten solltest

  • der Hals darf sich natürlich absenken

  • die Bewegung bleibt ruhig und kontrolliert

  • dein Pferd wirkt nicht hektisch


Ziel ist Bewusstsein in der Bewegung


Ein einzelnes Cavaletti auf einem Sandreitplatz, die Stangen sind farblich markiert: rot unten (Startposition), gelb in der Mitte (mittelschwerer Grad) und blau oben (Königsdisziplin). Das Bild zeigt, wie ein Pferd die Stangen bewusst und kontrolliert übertreten kann, um Koordination, Hinterhandaktivierung und Muskulatur zu trainieren.
Rot: Startposition | Gelb: Mittelschwerer Grad | Blau: Königsdisziplin

Erweiterung für die Hinterhand (sehr effektiv)

Wenn dein Pferd die Übung sicher ausführt:


Ablauf

  1. Nur die Vorderbeine gehen über die Stange

  2. Pferd ruhig anhalten→ Vorderbeine vor der Stange→ Hinterbeine dahinter

  3. Kurze Pause zum Sortieren

  4. Danach ruhig antraben lassen bzw. weitergehen lassen


Ziel: Die Hinterbeine steigen in einem bewussten, größeren Schritt über die Stange→ ohne Zwischenschritt


Wirkung

Durch das erhöhte Anziehen und den weiteren Tritt:


  • lösen sich Spannungen in der Glutealmuskulatur

  • Aktivierung der tiefen Beckenmuskulatur

  • Verbesserung der gesamten Hinterhandmuskulatur


Wichtig

  • kein Druck

  • kein Stress

  • wenige, saubere Wiederholungen


Wenn ein Zwischenschritt passiert: einfach ruhig neu aufbauen


Warum diese Übungen so wertvoll sind

Durch diese ruhigen, kontrollierten Bewegungen:


  • werden Faszien unterschiedlich gedehnt

  • Gelenke werden sanft mobilisiert

  • der Körper arbeitet koordiniert und gleichmäßig


Das wirkt sich positiv aus auf:

  • ISG (Kreuzdarmbeingelenk)

  • Hüftgelenk

  • Schultergelenk


und das ohne große Einwirkung von außen


Das eigentliche Ziel

Entscheidend ist nicht „viel Bewegung“, sondern:


-->gleichmäßige Muskulatur

-->kontrollierte Koordination


Nur so kann sich das Pferd langfristig gesund bewegen.


Steigerung: von einfach zu effektiv

Wenn dein Pferd sicher arbeitet:

  1. mehrere Stangen für Rhythmus & Takt

  2. leichte Erhöhung

  3. Übergang zu Cavaletti


Cavaletti sind die Königsdisziplin für:

  • Stabilität

  • Koordination

  • saubere Bewegung


Wichtig:

Wenn dein Pferd bei mehr Höhe noch „drüberhoppst“,ist es noch nicht bereit.

-----Dann lieber einen Schritt zurückgehen.


Fazit

Der Kreislauf lässt sich nicht isoliert betrachten –er steht immer im Zusammenhang mit Bewegung, Muskulatur und Koordination.


Gezielte, ruhige Übungen können hier enorm viel bewirken – für den Kreislauf und für die gesamte Biomechanik des Pferdes.


Wenn ihr eurem Pferd etwas Gutes tun wollt oder bei den Übungen Unterstützung braucht, bin ich gerne unterwegs, um zu begleiten und Impulse zu geben. Mehr Infos zu meiner Arbeit findet ihr auf meiner Homepage – schaut einfach vorbei, wenn ihr neugierig seid.



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