Funktionales & tensegrales Training – warum Faszien der Schlüssel zur gesunden Bewegung sind
- 10. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Viele Pferdebesitzer wünschen sich einen kräftigen Rücken, eine aktive Hinterhand oder einen schöneren Hals. Doch der Pferdekörper funktioniert nie isoliert. Jede Bewegung entsteht aus dem Zusammenspiel von Muskelketten und Faszien, die den gesamten Körper wie ein dreidimensionales Netzwerk verbinden.
Genau hier setzt funktionales bzw. tensegrales Training an: Es betrachtet das Pferd als verbundene Einheit, nicht als Sammlung einzelner Muskelgruppen.
Warum funktionales Training mehr ist als Muskelaufbau
Gerade zu Beginn eines Trainingsprozesses geht es nicht darum, bestimmte Muskeln „größer“ zu machen. Wichtiger ist, dass das Pferd natürliche Bewegungsmuster versteht, die es im Alltag oft verlernt hat. Erst wenn diese Muster wieder klar sind, kann der Körper sie kräftigen, stabilisieren und optimieren.
Das Ziel ist also nicht: „Mehr Rücken“ oder „mehr Hinterhand“. Sondern: Ein Körper, der als Ganzes harmonisch zusammenarbeitet.
Was bedeutet tensegrales Training?
Der Begriff „Tensegrity“ oder "tensegrales Training" ist keine Neuheut. Es beschreibt lediglich ein System, das durch elastische Spannung und ausgewogene Kräfte stabil bleibt. Übertragen auf das Pferd bedeutet das:
Stabilität entsteht durch elastische Faszien, nicht durch starre Muskelkraft
Bewegungsfluss entsteht durch Verbindungen, nicht durch einzelne Muskeln
Balance entsteht durch Koordination, nicht durch Anspannung
Dreidimensionale Betrachtung des Pferdekörpers
Ziel: Ein tensegraler Körper kann sich leichter, freier und gesünder bewegen. Er reagiert nicht mit Festhalten, sondern mit elastischer Anpassung. Einfacher gesagt: Wir lernen dem Pferd, neue Bewegungsmuster, damit sie sich von alten Bewegungsgewohnheiten lösen können.
Faszien – das unterschätzte Netzwerk
Faszien ziehen sich netzartig durch den gesamten Pferdekörper und durchdringen den Muskel in verschiedene Richtungen. Sie verbinden Strukturen miteinander, leiten Kräfte weiter und ermöglichen geschmeidige Bewegungen.
Sie enden nicht immer an der Sehne, sondern oft in angrenzenden Faszienschichten. Deshalb ist es so wichtig, den ganzen Körper zu trainieren, nicht nur einzelne Bereiche.

Wie erreichen wir alle Faszienanteile?
Durch vielfältige Bewegungen. Je unterschiedlicher die Übungen, desto mehr Faszienbereiche werden angesprochen — und desto besser versteht dein Pferd, wie es sich natürlich und im Gleichgewicht bewegen kann.
Übungsbeispiele:
Übertreten (Hinterhand & Vorhand)
Schulterherein
Kruppherein
Seitengänge
Rückwärtsrichten
Spanischer Schritt
Stangenarbeit mit Höhenunterschieden
Der Anfang muss nicht perfekt sein. Wichtig ist, dass dein Pferd lernt, seinen Körper wieder als Ganzes wahrzunehmen.
Fazit

Funktionales bzw. tensegrales Training stärkt nicht nur Muskeln, sondern verbessert das gesamte Körpergefühl des Pferdes. Es schafft Bewegungsfluss, Balance und langfristige Gesundheit – Schritt für Schritt, in natürlicher Verbindung von Faszien, Muskelketten und Gelenken.
Ein Pferd, das sich als Einheit bewegt, bewegt sich gesund.
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„Das hier ist nur ein kleiner Einblick in ein sehr umfangreiches Thema. Für gesundheitliche Fragestellungen arbeite ich immer in Absprache mit TierärztInnen“

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